Ihr werdet mir nicht glauben, was mir gerade passiert ist.
Sonntag, 20.53 Uhr.
Ich sitze friedlich an meinem Computer und ärgere mich über mich selbst, die ich gerade 50 Euro in den Sand gesetzt habe. Aber gut. An der Skype-Strippe habe ich Karina in Moskau, bei der es an der Tür klingelt. Im selben Moment klingelt es auch bei mir. Also wir beide zur Tür.
Durch den Spion sehe ich einen bärtigen Mann. Angesichts der späten Zeit und Juttas Warnung (letztes Jahr ist in Saburtalo ein Ausländer so überfallen und umgebracht worden) mache ich die Tür nicht auf, sondern versuche durch die Tür heraus zu bekommen, was der Herr denn eigentlich will. Er erzählt mir etwas, er wäre ein Komissar und hätte eine Frage zu ...... (den Namen habe ich noch nie gehört und gleich wieder vergessen). Ich versuche ihm also zu erklären, dass ich diesen nicht kenne und nicht bereit bin, die Tür aufzumachen. Daraufhin beginnt er, mir etwas auf Georgisch zu erklären, was ich natürlich nicht verstehe. Auf meine Frage, was er denn eigentlich von mir will, stöhnt er und fragt, ob er wieder von vorn anfangen soll. Ich frage ihn, ob er einen Ausweis hat. Den zeigt er mir, aber der ist so gemacht, also das könnte ich mit meinem Computer und Laminiergerät auch. Ich frage, ob hinten auf der Jacke steht, dass sie von der Polizei sind. Nein. Was tun? Der Mann scheint ein wenig genervt. Nächste Idee, er klingelt bei den Nachbarn, um mich zu beruhigen, woraufhin ich dann tatsächlich die Tür aufmache.
Wie sich herausstellt, sind es sogar zwei Herren, womit wieder bewiesen ist, dass man durch diesen Spion nichts sieht. Beide zeigen mir nochmal ihre Ausweise und fangen an, meiner Nachbarin zu erklären, was eigentlich los ist und natürlich diese auch über mich auszufragen.
Einer setzt sich auf die kalte Treppe und schreibt ein Protokoll. Ich hatte ja schon fast ein schlechtes Gewissen und hätte sie beinah hereingebeten, aber scheinbar wurde das auch nicht von mir erwartet. Auf meinen Einwurf hin, dass es mir doch etwas seltsam erscheint, am Sonntagabend, ja fast schon Nacht von der Polizei zu einfachen Ermittlungen befragt zu werden, wird mir erklärt, dass das normal sei. Sonntag ist von 6-22 Uhr ein ganz normaler Arbeitstag für die Polizei.
Das Protokoll wurde dann von meiner Nachbarin vorgelesen, abgenickt und von uns allen unterschrieben. Keine Ahnung, was ich unterschrieben habe, aber es schien in Ordnung zu sein. Mittlerweile waren auch alle Fragen bezüglich meiner Person geklärt, der Name gelernt (das war ein echtes Problem, diesen Namen auf Georgisch zu schreiben) und man hat mir verziehen, dass ich so lange nicht aufgemacht habe. Das sei sogar richtig, hat der eine gesagt.
Aber erst beleidigt sein.
5 Kommentare:
Ja, wie geht denn der Krimi nun weiter? Wer stand bei Karina vor der Tür??? Spann uns doch nicht immer so auf die Folter!!!
Nur der Mann mit den Kindern ;-)
Ja wie jetzt, welcher denn? Der eigene, der Nachbar, Väterchen Frost?
Und was für Kinder? "Mit den" Wassja und Aljonuschka oder welche Kinder sind gemeint? Du hast das Talent den Krimi immer spannender zu gestalten!
Viele liebe Grüsse aus dem immer kälter werdenden Berlin
IHR Mann (Ilja) und IHRE Kinder (Warja und Tanja) ;-)
Für Väterchen Frost ist es noch drei Wochen zu früh...
Jana, denn iss ja doch noch happy end! Aber trotzdem dachte ich immer, dass auch Väterchen Frost etwas in die Jahre gekommen ist und etwas früher anfängt. Denn alles an einem Abend in so einem großen Land zu schaffen,ist bestimmt nicht so leicht.
Wdad die Berliner aus Kaulsdorf
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