Mittwoch abend sind Maia und ich in den Zug nach Baku gestiegen. Beim Ticketkauf waren wir nicht sparsam und so sind wir dekadent im 1. Klasse-Abteil (Lux) gefahren, d.h. nur wir zwei sind im Abteil. Das hat den eindeutigen Vorteil, dass wir unsere Flasche Wein mit niemandem teilen müssen :)
Am Anfang wurde noch aus dem Fenster geschaut, aber als wir die Grenze erreichten, wurde die Flasche dann geöffnet und wir haben es uns gemütlich gemacht. Die georgische Grenze passieren wir auch ohne Probleme, dann kommt die azerbaidjanische, auf die wir schon gespannt warten. Schon beim Einsammeln der Pässe wird streng gefragt, was wir denn in Armenien getan hätten! Nun muss man dazu sagen, dass in meinem Pass ganze 6 (in Worten: sechs) armenische Visa sind. Ich habe den Konsul auch daraufhin gewiesen, aber er meinte, das wäre kein Problem. Nun gut. Auf der azerischen Seite stehen wir sehr lange, der Zoll kommt, ein extra Soldat mit einem seltsamen Detektor und lange Zeit nichts, bis die Zugbegleiterin uns zum Einzelgespräch mit dem Chef der Grenztruppe holt. Was wollten Sie in Armenien? Warum so oft? Warum in den letzten Jahren verstärkt? Was machen Sie eigentlich in Georgien? usw. Scheinbar sind wir dann aber doch nicht so interessant, denn die Pässen wurden gestempelt und der Zug machte sich wieder auf den Weg. Darauf erstmal einen Schluck Wein!
Früh können wir halbwegs ausschlafen, denn der Zug kommt erst halb zehn an. An den Kassen haben wir erstmal unser Rückticket gekauft und uns dann zu Fuß auf den Weg zu der Wohnung vom DAAD-Lektor gemacht, bei dem wir nächtigen werden. Das Haus ist auch wirklich nicht weit weg, allerdings wussten wir nicht, welches Stockwerk, welche Wohnung, niemand im Haus weiß es, auf die Klingel wird nicht ragiert, naja, nach ein paar Telefonaten öffnete uns dann doch jemand die Tür und wir kamen in eine Wohnung der Superlative. Welche das sind, will ich nicht weiter ausführen. :)
Nachdem wir es uns gemütlich gemacht haben, sind wir natürlich los in die Stadt. Das Wetter war nicht toll, aber es war trocken und nicht so windig, so dass wir den Stadtspaziergang sehr genießen konnten. Mittag haben wir an der wunderschönen Strandpromenade gegessen, einmal Hähnchenplov und irgendwie Hähnchen mit Gemüse gebraten, beides Nationalgerichte (Wir mussten extra das Lokal wechseln, um landestypische Gerichte zu bekommen). Der Fleischanteil war enorm, keine Ahnung, wie wir danach wieder aufgestanden sind.
Die Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt haben wir alle mitgenommen, einschließlich des Memorials für die Karabach-Toten, der Zahnradbahn, der Innenstadt mit dem Shirwan-Palast, Jungfrauenturm, Haus der Räte, Pier,...Nachmittags waren wir so fertig, dass wir nur noch ein Cafe zur Erholung gesucht haben. Es wurde uns eines auf dem Dach eines Hauses empfohlen, das auch sehr guten Kaffee und eine schöne Aussicht hatte. Aber die Preise waren gepfeffert - 20 Euro für zwei Cappuccino!!!
Abends sind wir völlig fertig gewesen und haben auf Abendessen-gehen verzichtet und nur die Reste der Zugfahrt vertilgt. Nach dem Fleisch mittags war auch kaum Bedarf...
Hier ein paar Fotos:
http://picasaweb.google.ru/dana.schluchtmann/BakuApril2009?authkey=Gv1sRgCISqhaSBxP2QXg&feat=directlink
2 Kommentare:
Wow! Die haben ja Preise.. Is ja krass!
Aber für die westlichen Spione is das doch tragbar ;-)
Naja, aber nicht oft...:)
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