Da mich die Vorstellung von 10 Stunden im Auto oder schlimmer in der Marschrutka ueberhaupt nicht angemacht hat, habe ich Natia und Jutta zu einer Zugfahrt ueberredet. Die hat die Marschrutka aber getoppt...Mittlerweile verfuegen die georgischen Zuege ueber diese Teufelsmaschinen - Klimaanlagen...Furchtbar. Ich habe oben gelegen, es hat dermassen gezogen, dass ich meinen Schlafsack rausgeholt habe. Wenn wir fuhren, war alles in Ordnung, unter Schlafsack und Kopftuch war es ertraeglich. Sobald der Zug stand, war die Klimaanlage aus und man konnte nun ohne Schlafsack ueberleben, so dass ich staendig mit zu/aufdecken beschaeftigt war. Eine tolle Nacht.
Ankunft frueh um sechs in Zugdidi. Zaehneputzen auf dem Bahnhofsvorplatz, misstrauisch beaeugt von Georgiern und vielen streunenden Hunden.
Danach haben wir unseren Fahrer gesucht und gefunden, er hatte schon nach Tbilissi telefoniert, wo wir denn blieben. Im super Jeep ging es dann in die Berge, die einzige Strasse hinauf, rechts ging es meist steil bergab, so dass ich nicht grossartig aus dem Fenster geguckt habe, sondern nur nach vorn. Gia fragte sich die ganze Zeit, wo denn die Tbilissi-Marschrutka bliebe, gegen 10 haben wir es dann rausbekommen, als wir ploetzlich im Stau standen.
Grund: die Strasse wird verbreitert...
Hier wurde gesprengt, dann schieben zwei Bagger das Zeug an die Strassenseite, bis es in den Fluss faellt.

Eine Weile haben wir fasziniert zugesehen, dann haben wir ein Nickerchen gemacht. Die Leute aus der Tbilisi-Marschrutka kletterten ueber die Truemmer und haben mit der Mestia-Marschrutka getauscht, wir haben einfach abgewartet.
Irgendwann wurde dann Pause gemacht und wir kamen in Mestia bei Ziuri Gabliani, der Deutschlehrerin an. Ist schon unheimlich praktisch, wenn man sich mit der Wirtin gut verstaendigen kann :)
Abends noch ein Spaziergang durch den Ort, bis zum Flugplatz von dem wir gern nach Hause fliegen wuerden...
Naechster Tag: obligatorische Turm- und Svanenhausbesichtigung durch ein Ukrainerin, die dort schon seit Jahren wohnt. Spannende Sache.

In ihrem Haus hatten die Svanen auch die Kuehe und ueber die Kuehe wurden Bretter gelegt, auf denen die Menschen dann, von den Kuehen gewaermt, geschlafen haben. Der Tag wurde mit einem Abendkreis beschlossen, wo jeder erzaehlte, was er gemacht hat und wo festgelegt wurde, was morgen von jedem zu tun ist. Moderne Paedagogik ist wie immer nur ein Abklatsch von Altem...
Dann sind wir den Berg weiter hoch, Jutta und Natia wollten hoch bis zum Kreuz. Solche Plaene hatte ich nicht, ich wollte mich bei der Kirche in den Schatten legen. Aber die Kirche haben wir verpasst und dann habe ich mich doch den ganzen Berg (laut GPS 1200 Hoehenmeter ueberwunden) hochgequaelt.

Die Kirche haben wir dann auf dem Rueckweg gesehen. Vielen Dank auch.
Naechsten Tag ging es nach Ushguli, ins hoechste staendig bewohnte Dorf in Europa (:) naja, wenn man das zu Europa zaehlt). Schicke Aussichten auf jeden Fall, wir wollten noch zur Quelle des Ingiri wandern, aber das haben wir dann bei der dritten Flussueberquerung und Nieselregen aufgegeben.

Aber das ethnografische Museum haben wir uns noch gegeben und den Georgierpreis erstritten :) Unser Fahrer wollte dringend nach Hause, schliesslich war heute ein Spitzenspiel, aber dafuer waren wir dann doch schon ein wenig spaet...
Letzter Tag: Ethnografisches Museum in Mestia, lange Verhandlungen bzgl. des Flugzeuges (erfolglos) und der Marschrutka (erfolgreich). Man reservierte und drei Plaetze in einer Marschrutka, die uns nach Aussage des Fahrers (Dispatcher in Personalunion) statt um sechs um acht abholen sollte. Sind wir gluecklich schlafen gegangen, beim Fruehstueck erzaehlt uns Ziuri, das man uns faelschlicherweise um sechs abholen wollte. Als halb neun noch niemand da ist, werden wir langsam nervoes. Rufen an und siehe da unser Fahrer ist schon in Zugdidi. Ein Hoch auf die georgische Zuverlaesslichkeit!
Na, wir haben es ja dann doch noch im Laufe des Tages nach Tbilisi geschafft...
PS Das Svaneti-Fazit: Sehr schoen da. Aber die Berge in Chewsureti sind auch so schoen und viel einfacher zu erreichen. Nur Tuerme gibt es da nicht so viele :)
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