Mittags halb eins kamen wir dann in Borjomi an (zwei Stunden später als der Fahrplan versprochen hatte). Sofort hoch zur Administration des Parkes, wo uns eine Frau erklärte, wir könnten nicht die Route machen, die wir wollten. Hm, warum nicht, habe ich nicht so ganz verstanden weder auf Georgisch noch auf Englisch. Keine meiner Fragen wurden beantwortet, aber irgendwann haben wir dann aufgegeben und uns auf eine andere Route eingelassen. Die Dame wollte uns noch einen Führer aufschwatzen, was wir aber abgelehnt haben.
Unsere Sachen haben wir dort stehen gelassen und haben den Rundgang gemacht, der einen ersten Eindruck vermitteln und unsere Lauffähigkeit testen sollte. Hier haben wir Rast gemacht und ein Schmetterling war richtig zutraulich, ist zu mir gekommen, hat Stunden gesessen und ist selbst nicht weggeflogen, als wir losgelaufen sind.

Nach den geplanten 1,5 Stunden hatten wir den Rundweg auch erledigt, sind wieder zurück und haben uns beschwert, weil 50 Prozent der Schilder abgerissen waren und Müll an den Raststätten lag. Das wären alles die bösen Israelis gewesen, meinte die Frau und beruhigte uns, das wäre nur heute so, denn die Israelis wären erst gestern durch den Wald getapst. Naja, wir haben unsere Sachen wieder aufgenommen und sind Quartier suchen gegangen. Wieder zurück in die Stadt, wo wir einfach Frauen auf der Straße angesprochen haben und irgendwann dann in dieses Häuschen eingezogen sind.

Die Hausherrin machte einen netten Eindruck, das Bad war sehr sauber, so dass wir gern geblieben sind. Die Sachen haben wir abgestellt und sind wieder losgezogen. Zuerst haben wir einen Spaziergang durch den Park gemacht. Der macht zwar erst am 1. Juli offiziell auf, aber es war schon viel los. Uralte Bäume wie diese machen sich auf den Wegen breit, es gibt viele Karussels, viele Bänke und schon hier schöne Blumen.



Eine der vielen Attraktionen des Parks sind die Quellen, an dieser haben wir uns auch Wasser geholt und wurden dabei von einer Gruppe Jugendlicher beobachtet, die uns dann verfolgt haben, weil sie ihre Deutschkenntnisse testen wollten. Ein Junge fragte, wie ich hieße, woher ich käme und war sehr begeistert, dass er die Antwort verstanden hatte. Allerdings hat er selbst gleich geschimpft, dass er keinen ordentlichen Dialog führen könnte. Er ist dann gleich die Lehrerin holen gegangen, die sich kurz mit mir unterhalten und die Fragen der Jugendlichen gestellt hat. Die üblichen: ob ich verheiratet wäre, wie alt ich wäre (die Jungs im Zug hatten mich übrigens auf 23 geschätzt), was ich hier mache, ob es mit gefällt. Es war wirklich süß anzusehen, wie sich diese Kinder aus Zestaphoni (tiefe Provinz) bemüht haben. Allerdings auch schade, weil die Kinder wirklich reden wollen und es nicht können. Einer meinte ganz enttäuscht, er würde alle sechs Modalverben kennen, aber nicht sprechen können. Daraufhin habe ich dann erstmal gefragt, welche sechs es denn gäbe (wisst ihr das? Ich nicht. Können, sollen, dürfen, müssen sind mir eingefallen. an mögen und wollen hab ich nicht gedacht...)? Ganz stolz wurden sie mir aufgezählt, ebenso, was sie noch so alles konnten Partizip II und Konjunktiv und weiß der Geier.
1 Kommentar:
Na da hat ja wohl der Schmetterling das Beamtenmikado gegen Dich gewonnen,oder?
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