
Bei dieser netten Family durfte ich meine Tage in Moskau verbringen und hatte mich auch wirklich drauf gefreut. Am Samstag mussten sie zu einer Hochzeitsfeier, so dass ich entspannt waschen, schlafen, lesen, spazieren konnte. Sonntag waren wir mit den Kindern im Park spazieren und Montag war ich im Majakovski-Museum. Die Hausherrin hatte Montag eine Zahn-OP, da entzündete sich leider alles, so dass es ihr mit jedem Tag schlechter ging. Die Kinder spielten natürlich in diesem Moment auch verrückt, kurz gesagt: diese Woche war sehr aufregend.

Man sieht doch, dass die Große es faustdick hinter den Ohren hat, oder? Hat sie übrigens nicht von Fremden...
Als ob man mit den Kindern, Haushalt und den Packaktionen für den bevorstehenden Urlaub nicht genug zu tun hätte, kam Ilja natürlich auf tolle Ideen, sogenannte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Was zum Beispiel tun wir hier?

Es wurden Iso-Matten für den Urlaub (Paddeln in Karelien) gekauft. Als die Kinder und Karina am Mittwoch im Bett waren, wurden diese zerschnitten, um dann wieder zusammen gefügt zu werden. Sie sollten nämlich nicht eingerollt werden, sondern wie eine Zieharmonika zusammengeklappt. Warum hatte man dann nicht gleich solche gekauft??? Naja, warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.
Ich wurde in den Prozess miteinbezogen und gefragt, womit man das am besten zusammenfügt. TesaKrepp bzw. da gibt es so Stoffband. Tolles Zeug, hält praktisch auf allem. Aber dieser einfache und daher geniale Vorschlag wurde sofort ad acta gelegt. Nein, Kleber sollte es sein. Hm. Ja, hier wären so Bänder, die werden da drauf geklebt und dann passt das. Hm. Naja, mal gucken. Ilja brachte eine Kiste mit Klebern, pamperte damit ganz schön rum und als ich schon völlig high von den Dämpfen war, sah er ein, dass das nix wird. Hm, was nun? Na, dann nähen wir das an. ??? Okay, wenn du meinst. Also fingen wir an, die Bänder anzunähen. Dabei muss man bemerken, dass der Faden die eine Seite der Isomatte sofort durchriss und es schwierig wurde, als wir die zweite Hälfte annähen wollten. Da kam dann das Tesaband doch zum Einsatz zum Festigen und dann wurde festgelegt, dass das sowieso die beste Variante war. Natürlich Iljas Idee...Männer! Das muss man sich mal vorstellen, wir haben bei dieser Aktion zwei Stunden auf dem kalten Fußboden in der Küche verbracht, um dann doch den ersten Vorschlag umzusetzen. Allerdings habe ich mir in dieser Zeit fast vor Lachen in die Hose gemacht - schon dafür hat es sich gelohnt.

Den nächsten Tag bin ich zu um fünf auf den Flughafen, um Diana und die Kinder in Empfang zu nehmen. Johann stand auf dem Gepäckwagen, guckte mich prüfend an und meinte vorwurfsvoll: "Warum hast du uns so lang nicht besucht?" Hm, da liegen ein paar 100km dazwischen...In der Elektritschka wurde es ein echtes Problem mit dem Sitzen. Diana war mit den Kindern vorgegangen, ich hatte mit dem Gepäck draußen noch gewartet, aber selbst das hat uns nur einen Platz gebracht. Darauf also Diana mit Johann, Gregor haben wir im Wagen davor platziert und ich saß auf der Lehne. Auf dem Bahnhof haben wir erstmal eine kleine Flasche Sekt auf die Diplomarbeit geleert, bis es dann Zeit wurde zum Zug zu gehen. Ich hatte die Tasche mit den Büchern und den Kinderwagen sowie Rucksack und Johann. Diana war mit Gregor und diversen kleinen Taschen sowie der Schwiegermutter irgendwo hinten. Tickets hatten sie im Waggon Nr. 4 (glaub ich) und der Zug begann mit Waggon Nr. 30. Na, super. Bei Waggon Nr. 15 fing es an zu regnen, bei Waggon Nr. 10 platterte es, als wir ankamen waren wir patschnass. Aber das war noch nicht das Schlimmste: Überall war die Plattform auf Höhe der Tür, d.h. man kann mit einem Rollkoffer fast reinfahren, nur kurz anheben. Aber als wir an Waggon Nr. 5 vorbei waren, kam ein kleiner Berg und plötzlich befanden wir uns einen Meter unter dem Waggon-Niveau. Also auch die Sachen noch hochhieven...aber wir haben es irgendwie geschafft.
Der Zug fuhr dann irgendwann ab und ich bin mit Oscar eine Runde spazieren und essen gegangen und abends gegen 11 bin ich zum anderen Bahnhof, weil Ilja und Warja ja heute mit dem Zug nach Karelien fahren sollten. Daher ja auch die Isomattenaktion...Habe ich schnell mein eigenes Ticket gekauft und dann die beiden gesucht. Hm, suchen brauchte man nicht, da stand auf dem Vorplatz eine große Gruppe mit einem Berg von Gepäck...Man wusste zwar schon, wo der Zug hinkommt, aber noch nicht, von wo die Nummerierung anfängt, also warteten einfach alle. Warum man sich allerdings zwei Stunden vorher treffen musste, ist mir schleierhaft. Irgendwann gab es den Befehl zum Aufbruch, der Gepäckberg sollte vor den Zug transportiert werden. Obwohl es sehr viele Leute waren, hat das ewig gedauert und als der Zug dann einfuhr, gab es eine Riesenenttäuschung - man hatte sich um zwei Waggons verschätzt und das Zeug zu weit geschleppt. Hm. Dann gingen die Türen auf und langsam sortierten sich die Leute in ihren Abteilen. 20 Minuten vor Abfahrt herrschte uns ein Bahnbeamter an, wir sollten uns beeilen, man würde nicht auf uns warten, so dass das Ganze an Hektik gewann und das Zeug nicht mehr sortiert, sondern nur noch in den Zug geschmissen wurde. 5 Minuten später war alles drin - was das sollte...

Ein bisschen habe ich es bereut, dass ich nicht auch mit denen gefahren bin, aber dann hätte ich noch mehr Stress gehabt, das wär auch nicht schön gewesen...so bin ich erst eine Nacht später gefahren und nach den Hinzis und Fischen in Petersburg angekommen.
3 Kommentare:
"Warum man sich allerdings zwei - Stunden vorher treffen musste, ist mir schleierhaft" :-)))))))
zagadka nashego admirala)))
nu na samom dele eto tak zdorovo protorchat na gryaznom vorzale 2 chasa v suete, poedaya moroshenoe i storosha GORU veshei )))) ya toshe xotela priexat, provodit..no.......
Nata
vot tak besser)
интересненько,а тут можно писать по русски?
Mozhno! Vse mozhno! :)
Kommentar veröffentlichen