Sonntag, 6. Juli 2008

Prochladnyj

Früh hat uns unser Registrierungsretter - übrigens auch ein Armenier - abgeholt, wieder mit offener Kofferklappe zum Busbahnhof gefahren und alles Gute gewünscht. Unser Bus soll halb zehn fahren, aber wir haben keine Tickets und sollen 8.50 da sein. Sind wir auch, aber vor uns steht nun schon eine Tante. Hm, dumm gelaufen. Als dann der Bus 8.25 auf den Hof fährt (er kommt nämlich aus Kislovodsk), hat er noch vier Tickets und zwei davon nimmt die Frau vor mir. Meine Mitreisenden wollen sich nicht trennen, so dass die anderen zwei Tickets ein Vordrängler kauft. Ich bin sauer und stelle den Busfahrer zur Rede. Was das soll, dass man keine Karten normal kaufen kann, dass hier doch mächtig in seine Tasche gefahren werden muss, weil sehr viele eingestiegen sind, aber nur vier Tickets verkauft und und und...
Sagt der doch zu mir: "Beruhigen Sie sich erstmal, Frau!" Na, das kann ich ja leiden! Wenn schon "devushka", aber nicht "zhenshina"! Auf jeden Fall meinte er dann, er könnte uns stehend mitnehmen. Hm, nicht meine Traumvorstellung, aber was solls, nur anderthalb Stunden, dafür nicht umsteigen. Irina und ihre Mutter sind auch einverstanden, also los. Ich nehme meinen Rucksack mit rein, wie die Kaukausus-Erfahrung zeigt, kann man da gut drauf sitzen.
Als wir im Gang stehen, finden sich auch ein paar Hocker, so dass alle mehr oder weniger gut sitzen konnten. Ich bin sogar eingeschlafen. Allerdings fand ich mich dann eine Etage tiefer wieder - mein Rucksack hatte sich gedreht.

In Prochladnyj angekommen, haben wir Irinas Mutter mit dem ganzen Gepäck sitzen gelassen und sind einkaufen gegangen, wir können schließlich nicht Oljas Oma auf der Tasche liegen. Lecker Sachen gab es auf dem Basar. Dann alles ins Taxi geladen und zur Oma, die sich sehr gefreut hat. Es gab auch gleich Tee mit kleinen Häppchen, schließlich war es Mittagszeit. Die Oma hatte uns gezeigt, wo unser Reich ist und ich wollte nach dem Essen ein wenig schlafen. Es war auch furchtbar heiß, die Hütte hatte sich richtig aufgeheizt. Aber weit gefehlt. Rosa war eher vom Tisch aufgestanden, wollte sich hinlegen, hatte Spinnweben entdeckt und fing an die wegzumachen. Als ich kam, stand nichts mehr an seinem Ort - der Hausputz hatte begonnen. Mittagsschlaf ade. Na gut, dann halt das uebliche Dorfprogramm - putzen! Ich habe mich in die Küche gestellt und das Geschirr übernommen, das alles mal geschrubbt werden musste. Vier Stunden haben wir zu dritt zwei Zimmer, Küche, Bad geputzt, danach konnten wir uns daran nicht sattsehen.

Allein an diesen Kacheln habe ich eine halbe Stunde geschrubbt...Danach ging es unter die Dusche, denn wir hatten nicht nur die Hände im Wasser - uns lief das Wasser sonst wohin. Und abends draußen sitzen, die "Kühle" genießen...

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