Sonntag, 13. Dezember 2009

Notoperation beendet, Patient...

Heute morgen war ich zum xten Mal beim Arzt, damit dieser meine Beule am Rücken begutachten kann. Er runzelte die Stirn, machte ein paar Mal "Hm", "Hm", meinte dann, sie hätte sich verändert und ... was tun? Eine Schachtel Antibiotika hab ich ja schon geschluckt deshalb, in Georgien wollten sie mich gleich unters Messer legen und nur die nahende Prüfung in Erevan hat sie davon abgehalten bzw. ich bin einfach geflohen. Naja, ich solle doch mal zu einem Freund fahren, der würde sich das angucken und dann sehen wir weiter. Hm, okay. Wohin? Ins onkologische Institut. Oje, das weckt ja Assoziationen...
Gottseidank hatte ich Besuch aus Georgien, die mich pflichtschuldig ins Krankenhaus begleitete und nun auch mit ins Institut kam, das wirklich am Ende der Welt ist...dort mussten wir nochmal einen Ultraschall machen und saßen eine Weile rum, bis ich dann eine bzw. zwei Lehrstunden in Korruption hatte.
Die erste: Mein Ultraschall wird in einem kleinen Kabuff gemacht, wo die Freundin der Ärztin auf dem Sofa sitzt und Tee trinkt und ständig Leute rein und raus gehen. Naja, Privatsphäre wird hier nicht so groß geschrieben...Als ich fertig bin, soll ich bezahlen. 5000 Dram (10 Euro). Als ich nach einer Quittung frage, gucken mich alle verständnislos an und sagen, da muss ich in die Kasse im zweiten Stock, anstehen und dann kostet der Spaß 10000 Dram. Aha. Lektion Nr.1 gelernt. Aufwand und Preis sind direkt proportional.
Die zweite: Wieder oben im Behandlungszimmer (wo sogar die Tür abgeschlossen wird, wenn ich untersucht werde!), erklärt mir der Arzt dann, dass das unbedingt entfernt werden muss und jetzt wäre ein günstiger Zeitpunkt, weil die Entzündung dank der Antibiotika fast weg ist. Sonst bräuchte man nämlich zwei Arbeitsschritte und so nur einen. Er wäre bereit, das heute abend zu erledigen. So fix? Heute gehen wir eigentlich zu einem Konzert...also gehe ich raus und frage Kathrin, ob das okay ist, wenn wir das Konzert streichen. Ja, klar. Beim Türzumachen hab ich plötzlich die Klinke in der Hand und lache mich halb tot. Naja.
Was muss ich mitbringen?
Nichts.
Was soll der Spaß kosten?
300 Euro.
Oho! Die hab ich nicht. (Meine Kreditkarte ist gesperrt und auf die EC-Karte bekomme ich hier kein Geld...)
Naja, wir könnten das auch als Leberfleckentfernung deklarieren, dann sind es 200 Euro.
Hm, aber die hab ich trotzdem nicht. Bin grad nicht so flüssig und überweisen kann man das wohl eher nicht, hier ist ja nur Bares Wares...
Machen Sie doch die Tür zu.
(die hab ich doch kaputt gemacht...)
Also wir könnten das auch ohne Krankenakte machen, aber dann auch ohne Quittung. Dann kostet es nur 100 Euro.
Ein Schnäppchen sozusagen! und das war die zweite Lektion - wer hätte gedacht, dass sich der Preis auf ein Drittel drücken lässt...die 100 Euro hab ich zwar auch nicht, aber Kathrin hat sie mir gegeben, so dass wir dann am Freitag nach Dienstschluss (17.00Uhr - es war schon ganz schön dunkel) zur Tat schreiten konnten.
Prinzipiell war es nicht schlimm, nur sehr kalt und die Geräuschkulisse war etwas beängstigend, man hörte was reißen, die Schwestern machten "Ach", "Och"... und das Produkt war ziemlich eklig und ziemlich groß. Genäht wurde mit blauem Faden, so dass ich jetzt ein wenig bunt bin. Unter dem Riesenpflaster sieht man das aber nicht...
Aber das Wichtigste war, dass der Doktor zufrieden war mit dem Ergebnis und auch mich als Patientin gelobt hat. Nachdem ich 10 Minuten gelegen hatte, kam er gucken, ob es suppt und nachdem alles zu seiner Zufriedenheit war, durften wir gehen. Draußen war absolute Finsternis und ich war echt dankbar, dass er anbot uns nach Hause zu fahren. Das war sozusagen im Preis inbegriffen...
Jetzt geht es mir gut, ich kann nur nichts heben und das schließt auch meine Arme ein, was das An- und Ausziehen ein wenig erschwert...aber sonst ist alles okay.
Es war übrigens ein eitriges Atherom, zu deutsch Grützbeutel :)