Samstag, 29. September 2007

Die Kachetische Weinstraße, erster Teil (29.09.2007)

Nachdem Olja und Eric in der Woche in Kazbegi waren, stand die Frage an, was tun am Wochenende. Ich hab in der Schule rumgefragt und mir wurde Sighnari empfohlen. Also habe ich das örtliche Fremdenverkehrsamt (ja, sowas gibt es in Sighnari, ich war selber erstaunt) angerufen und gefragt wegen Übernachtung und so. Kein Problem, wir sollen nur früh Bescheid geben. Beim Abendbrot haben wir also beratschlagt und siehe da Olja hatte dieselbe Idee, nur noch viel verrückter: Sie wollte gleich ganz Kachetien anschauen, nicht nur eine Stadt. Abends um neun kamen wir nach hause und versuchten, das für morgen zu organisieren. Zu Hilfe kam meine Vermieterin, die von Zeit zu Zeit nach Telavi (Gebietshauptstadt) fährt und einige Taxifahrer kennt. Sie vemittelte uns Zsazsa, der uns morgen um acht abholt.
Morgens um acht stehen wir drei Touristen also auf der Straße und warten.
8.10 Uhr.
8.20 Uhr und immer noch keiner da.
8.30 Uhr entscheide ich mich dann doch, meine Vermieterin anzurufen. Kurz darauf die ernüchternde Nachricht: Unser Taxifahrer hat gestern gefeiert und uns vergessen...aber er kommt gleich.
eine Viertelstunde später sitzen wir tatsächlich im Auto. Wie immer redet der Taxifahrer nur mit dem kein Russisch verstehenden Eric, der aber nun zumindest ab und zu nickt und positive Hörersignale wie mh, aha von sich gibt.
Wir fahren zügig aber ordentlich zur Stadt raus und werden vom Taxifahrer informiert, dass heute in Alaverdi (das letzte Ziel) ein Fest ist. Wir wollen da zuletzt hin, er zuerst. Ein kleiner Interessenskonflikt, der aber zu unseren Gunsten entschieden wird.
In Kachetien muss erstmal getankt werden. Der Taxifahrer beichtet, dass er gestern alles verfeiert hat und bekommt gegen meinen Grundsatz (Das Geld gibt es zum Schluss, dann fährt er auch nicht ohne uns.) schon die Hälfte der vereinbarten Gage.
An der Tankstelle müssen wir aussteigen (es wird Gas getankt) und sind ganz fasziniert von den Toilettenzeichen
und der offensichtlichen totalen Missachtung des Rauchverbots...

Sighnari ist die Vorzeigestadt in Kachetien, ein süßes Städtchen, in dem die Hauptstraße total renoviert wurde bzw. noch in Remont ist. Die machen hier so ein wenig auf Alpenidylle mit vielen Blumen, Balkons

und natürlich den von Mischa über alles geliebten Springbrunnen.
Eine Überraschung war die berittene Polizei...
Danach waren wir im nahegelegenen Frauenkloster Bodme, wo auch das Grab der heiligen Nino ist. Diese Treppe geht es zu heiligen Quellen, wo man wohl auch baden kann.

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